Ein nachdenklicher Blick auf den „Brainfog“ 

Über das Verschwimmen der Gedanken und das Wiederfinden des eigenen Ichs
Ich machte mir ernsthaft Sorgen, ob das noch „normales Vergessen“ war oder schon ein Zeichen dafür, dass etwas Grundsätzliches nicht stimmte. Ich erinnere mich an einen Abend, an dem ich im Wohnzimmer stand, den Autoschlüssel in der Hand, und mich fragte, warum ich ihn überhaupt geholt hatte. Ein winziger Moment und doch fühlte er sich an wie ein Erdbeben. Ich sah mich selbst dort stehen, ratlos, als würde ich einer fremden Frau zusehen, die in ihrem eigenen Alltag den Faden verlor. Es war, als ob mein Kopf mir kleine Streiche spielte, während ich verzweifelt versuchte, Schritt zu halten.

Was mich besonders beunruhigte, war dieses Gefühl, nicht mehr ich selbst zu sein. Früher war ich organisiert, klar, fast schon übergenau.
Ich wusste, wo alles lag, hatte Termine im Kopf und war stolz darauf, schnell zu denken und zuverlässig zu funktionieren.
Und plötzlich war ich froh, wenn ich ohne Zettel überhaupt aus dem Haus kam. Die innere Unruhe dieses unsichtbare Gemisch aus Unsicherheit, Müdigkeit und dem ständigen Versuch, nach außen normal zu wirken war wie ein unsichtbarer Schatten, der mich begleitete.
Ich funktionierte, ja. Aber innerlich hatte ich oft das Gefühl zu verschwimmen, als löse sich etwas in mir leise auf.
Lange habe ich versucht, das zu ignorieren. Man redet sich ein, dass es schon wieder besser wird, dass es „nur eine Phase“ sei.
Aber irgendwann merkte ich: So kann es nicht weitergehen. Ich musste mich mir selbst wieder annähern. Nicht, indem ich alles perfekt mache, sondern indem ich akzeptiere, dass mein Körper und mein Geist gerade einen gewaltigen Umbruch durchleben.

Und dann begann etwas Seltsames, fast zartes: Was mir half, waren nicht die großen, dramatischen Schritte, sondern viele kleine, unscheinbare Momente. Ein stiller Morgen, an dem ich bewusst atmete. Ein Abend, an dem ich mir eine Pause erlaubte, ohne mich schuldig zu fühlen.
Eine Erkenntnis, die plötzlich in mir aufstieg: Ich bin nicht schwach. Ich bin in einer Lebensphase, über die man viel zu wenig spricht. 
Ich begann wahrzunehmen, was mich stresste, was mich überforderte und was mich dagegen stärkte. Ich ließ zu, dass ich Pausen brauchte. Ich ließ zu, dass ich mich veränderte. Ich ließ zu, dass ich nicht immer funktionieren musste. Und langsam wirklich langsam wurde der Nebel dünner. Nicht abrupt, nicht linear. Eher wie ein Morgen in den Bergen: Man sieht erst nur graue Schwaden, dann tauchen Konturen auf, und irgendwann spürt man wieder den Boden unter den Füßen. 

Heute kann ich sagen: Ich bin wieder da. Nicht exakt dieselbe Carmen wie mit 40. Aber eine bewusstere. Eine, die gelernt hat, ihren Körper zu respektieren und ihrem Geist Zeit zu geben. Es fühlt sich gut an, wieder wach zu sein, wieder scharf denken zu können, wieder klarer durch den Alltag zu gehen. Und gleichzeitig weiß ich: Diese Reise hat mich gelehrt, wie wertvoll geistige Klarheit ist und wie wichtig es ist, liebevoll mit sich selbst umzugehen, especially dann, wenn alles im Umbruch ist. 
 
Doch meine persönliche Geschichte ist nur ein Teil eines viel größeren Bildes. Viele Frauen kennen dieses Gefühl: Eine plötzliche, unerklärliche Vergesslichkeit, die einen tief beunruhigt. Auf einmal fallen einem Wörter nicht mehr ein, man kann sich nicht mehr an Namen erinnern oder findet später im Kleiderschrank ein Kleidungsstück doppelt schlicht, weil man vergessen hat, dass es bereits dort hängt. 
Es ist unangenehm, peinlich, manchmal sogar beschämend. Und vor allem beängstigend.
„Ist das der Anfang von Demenz?“, fragt man sich. „Werde ich jetzt alt? Ist das der Punkt, an dem es bergab geht?“ 
Diese Gedanken können einen überrollen. 

Doch die Wahrheit ist oft eine ganz andere. Was viele Frauen in den Wechseljahren und in der Postmenopause erleben, ist in der Regel kein Zeichen einer schweren Erkrankung, sondern ein normaler, wenn auch herausfordernder Teil einer tiefgreifenden hormonellen Veränderung. 
Die Symptome, die wir „Brainfog“ nennen das Gefühl, dass der Kopf nicht mehr klar ist, dass Gedanken sich verlangsamen oder dass Erinnerungen wie durch Nebel gleiten sind erschreckend verbreitet. 
Die Wechseljahre sind eben nicht nur eine körperliche, sondern auch eine emotionale und psychologische Übergangszeit.
Der Rückgang bestimmter Hormone kann sich direkt auf Gedächtnis, Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit auswirken.
Und dazu kommen oft äußere Faktoren: beruflicher Stress, familiäre Veränderungen, Verantwortung, Schlafprobleme, der Druck, weiter zu funktionieren. All das legt sich übereinander, wie Schichten eines kaum sichtbaren Gewichts. 

Doch das bedeutet nicht, dass das Leben nun von Vergesslichkeit geprägt sein muss oder dass es „vorbei“ ist. Viele Frauen erleben diese Zeit auch als eine Art Neustart. Eine Gelegenheit, sich neu zu definieren, ihre Bedürfnisse ernster zu nehmen und alte Muster abzulegen. 
Es ist eine Phase, die oft schmerzhaft beginnt, aber auch Klarheit, Stärke und ein neues Selbstverständnis hervorbringen kann. 
Die Momente der Vergesslichkeit können uns sogar etwas Wichtiges lehren: Wir sind nicht nur die Summe all unserer Termine, Erinnerungen und perfekt organisierten Abläufe. Manchmal ist es befreiend, zu erkennen, dass Unvollkommenheit ein Teil des Lebens ist. 
Dass es Raum gibt für Menschlichkeit, für Loslassen, für Veränderung. 
Sich selbst nicht zu hart zu beurteilen das ist vielleicht die größte Herausforderung. Aber auch ein Geschenk. 
Denn unser Gehirn trägt unsere Lebensgeschichte, unsere Erfahrungen, unsere Emotionen. 
Es darf müde sein. Es darf sich verändern. Und wir dürfen mitfühlend mit uns selbst sein. 

Natürlich gibt es Dinge, die uns in solchen Zeiten stärken können: Schlaf, Bewegung, gute Gespräche, Momente echter Ruhe, eine Lebensgestaltung, die uns nicht überfordert. Und wenn die Sorgen groß werden oder die Belastung zu schwer, ist es sinnvoll, sich Unterstützung zu holen einfach um sicherzugehen, dass nichts anderes dahintersteckt. 
Doch am Ende bleibt eine wichtige Erkenntnis: Diese Phase ist nicht das Ende, sondern ein Übergang. 
So unangenehm und verwirrend sie manchmal auch sein mag sie geht vorbei. Und vielleicht ist der „Brainfog“ sogar ein leiser Hinweis darauf, dass wir uns mehr dem Moment zuwenden sollen. Dass wir nicht alles kontrollieren müssen. 
Dass Perfektion nicht das Ziel ist. 
Es ist okay, nicht immer alles zu wissen, nicht jede Erinnerung parat zu haben, nicht jeden Tag gleich klar zu sein. 
Vielleicht ist es genau diese Unvollkommenheit, die uns menschlich macht und das Leben lebenswert. 


 




 

Was mich in dieser Zeit wirklich ärgert ist, dass aus den Problemen, 

die wir in den Wechseljahren erleben, so viel Profit geschlagen wird.


Wir wissen um unsere Schwächen und um die Veränderungen, die unser Körper durchmacht, aber all diese Supplemente und Pillen und all die angeblichen Wundermittel helfen uns aus diesem Wahnsinn doch kaum heraus. Am Ende wissen wir alle, dass Ernährung und Hormone eine große Rolle spielen und natürlich fällt es manchen schwerer als anderen,
mit den Veränderungen umzugehen.
 
Aber mal ehrlich, wer möchte schon jeden Morgen einen frischen Selleriesaft trinken. 

Ein Organ, das in dieser Zeit besonders wichtig ist und das wir gut pflegen sollten, ist unsere Leber und das können wir mit natürlichen Tees, mit Wärme auf dem Bauch und mit einem grünen Tag in der Woche ganz einfach unterstützen, so wie man es schon vor Hunderten von Jahren getan hat. Warum schauen wir nicht ein wenig in die Vergangenheit und strecken unsere Fühler in die natürliche Heilung aus, statt uns ständig von der Social Media Welt erzählen zu lassen was wir angeblich alles brauchen und natürlich auch kaufen sollen. 
Und nein, wir fallen nicht gleich um nur weil wir eine Schokolade essen. 

Weniger ist mehr und das wussten schon unsere Omas. Mit uns Frauen in dieser Lebensphase kann man leider ein unglaubliches Maß an Geld verdienen und genau deshalb entfolge ich vielen dieser Accounts auf Instagram, besonders wenn es Frauen Ende dreißig sind die uns erzählen wollen wie sehr sie dank irgendwelcher Shakes abgenommen haben. Versteht mich nicht falsch, wenn jemand adipös ist und eine Abnehmspritze nutzt ist das eine persönliche Entscheidung und völlig legitim, aber nach den Studien weiß man doch dass viele Menschen das verlorene Gewicht wieder zunehmen und nicht zu wenig, es sei denn sie reduzieren dauerhaft ihr Kaloriendefizit und treiben regelmäßig Sport. 


Und was ist unser Fazit aus all dem. 


  • Wir brauchen Bewegung aber auch Ruhe.


  • Wir sollten uns gut ernähren und trotzdem darf es Schokolade geben.


  • Unsere Leber freut sich, wenn sie von all den Aperols auch einmal eine Pause bekommt.


  • Und ja, unser warmes gemütliches Sofa hat seinen eigenen Zauber und den haben wir uns wirklich verdient, nach all den Jahren in denen wir wegen der Kinder immer wieder den Anfang vom Tatort verpasst haben.


  • Lasst euch nicht ärgern, sondern genießt diese Zeit, auch wenn sie uns auf eine ganz besondere Art herausfordert.


  • Und nein, unser Körper ist keine dreißig mehr und sieht auch nicht so aus.


  • Den Glitzer in unseren Haaren muss man sich erstmal verdienen. 


  • Unsere Lebenserfahrung und unsere Ruhe kann uns niemand nehmen.


  • Schaut auf die Menschen, die in eurem Alter sind, das ist Balsam für die Seele. 


  • Vertraut eurem Körper und eurem Geist.


  • Hört auf, euch ständig erklären zu wollen, sondern stellt eure eigenen Fakten.



    


Ein schleichender Prozess 


Jeder weiß es, aber irgendwie denken wir oft, dass es uns selbst nicht betrifft. Aber mal ehrlich: Wir haben die Pubertät überstanden, sind erwachsen, selbst bestimmt, selbstbewusst und emanzipiert und trotzdem schleicht sich eine Veränderung immer mehr in unser Leben ein. Eine, die uns alle betrifft und die, wenn wir ehrlich sind, unsere täglichen Abläufe immer mehr beeinflusst. 

Es ist wie ein leises Knistern, das sich in unseren Alltag schleicht als ob unsere Wahrnehmung und Prozesse sich im Laufe der Zeit verändern, ohne dass wir es wirklich benennen können. Und dann fällt es uns irgendwann auf: Hey, das bin nicht mehr nur ich, das ist ein generelles Phänomen. Wir haben die Pubertät überlebt, aber jetzt geht’s in die „Pubertät 2.0“.

Willkommen in der Lebensmitte, wo die Gelenke anfangen zu knacken und wir plötzlich „alte Lieder“ hören, bei denen wir fast anfangen zu heulen, als ob wir gerade den Soundtrack zu unserem Leben entdecken. 

Betrifft das wirklich alle von uns? Natürlich! Und kann man das mit dem Alter begründen? Aber klar! Wir reden viel, tauschen uns aus, aber mal ehrlich wie oft sprechen wir wirklich über die verrückten Veränderungen, die uns betreffen? 
Stattdessen wundern wir uns über unser eigenes Verhalten und sind manchmal selbst überrascht von unseren eigenen
Reaktionen. Ich meine, wusstest du, dass du mit Ü50 plötzlich anfängst, über „Tanzstile aus den 80ern“ nachzudenken und dann merkst: Moment mal, das bin ja immer noch ich? 

Und das Beste daran: Wir scheinen alle ähnliche Veränderungen zu erleben, aber irgendwie trauen wir uns nicht, so wirklich darüber zu reden. Wir merken plötzlich, dass uns ein Name nicht mehr einfällt, wir mit unserem Gewicht kämpfen oder ab und zu einfach keine Lust auf Sex haben und dann das: Manchmal benehmen wir uns wie pubertierende Teenager, die ihre ersten unsicheren Schritte machen. Irgendwie schwer zuzugeben, oder? Aber auch das gehört dazu. Wir können uns zwar nicht mehr so schnell dehnen wie damals, aber dafür wissen wir wenigstens jetzt, wo wir uns die besten Chips holen!  

Aber wisst ihr was? Das sind ganz natürliche Veränderungen, die zu uns gehören. Auch wenn sie nicht immer die leichteste Kost sind. Sie machen uns letztlich aus und was wäre das Leben ohne all diese (leicht chaotischen) Entwicklungsphasen? 

Sind wir nicht alle ein bisschen verrückt und doch einfach noch total großartig in dieser Phase.

„Plötzlich haben wir einen Bauch, was vorher nie eine Problemzone für viele war, und dazu kamen die Stimmungsschwankungen. Immer wieder habe ich mich gefragt: „Was ist denn gerade mit mir los?“


Feedback einer Freundin ...

„Okay, jetzt bin ich mittendrin.“ Von einem Moment auf den anderen fühlte es sich an, als wären plötzlich alle Beschwerden da ständige Hitzewallungen, besonders im Büro, bei denen ich dachte, ich würde einfach schmelzen. Und das Schlimmste war, dass es kein Thema war, über das man sprechen konnte. Niemand sprach darüber, und ich fühlte mich irgendwie völlig isoliert. Selbst meine Mama meinte nur lapidar: „Sei froh, du hast jetzt keine Periode mehr.“ Und das war’s. Aber für mich war es eher emotionales Chaos pur ohne Austausch und ohne wirkliche Unterstützung. Es war einfach nur dieses Gefühl, mit allem allein klarzukommen.

Was mir geholfen hat, war der entscheidende Wendepunkt, als ich zu einem neuen Gynäkologen gewechselt bin. Er hat mir sehr geholfen, den Prozess zu verstehen, und mir detailliert erklärt, was in meinem Körper gerade vor sich geht. Er betonte, wie wichtig es ist, Vorsorge zu treffen, da die Veränderungen durchaus drastisch sein können. Diese Beratung gab mir das Gefühl, wieder Kontrolle zu haben und brachte mir die Sicherheit zurück, die ich so dringend brauchte. Damals gab es noch kein Social Media, wo man sich einfach hätte austauschen können. Man war also auf die Unterstützung im persönlichen Umfeld und auf gute Ärzte angewiesen


Lasst uns die Machtspielchen beenden und auf Augenhöhe reden.
Außerdem ist sich in die Augen zu sehen, doch das Erotischste. 


                                                                                                  Alice Schwarzer 

Vergesslichkeit in der Menopause: normal

 
Welches Hormon fehlt bei Vergesslichkeit?
Sinkt der Östrogenspiegel im Körper, wird das Wachstum neuer Nervenzellen gehemmt, was zu einem Abfall der geistigen Leistungsfähigkeit führen kann. Dieser Rückgang kann sich in Vergesslichkeit und Konzentrationsproblemen äußern, da Östrogen eine wichtige Rolle für die kognitive Funktion spielt. 

Die Frauen sollten versuchen, sich fit zu halten, wobei sportliche Betätigung, vor allem mit Gewichten, sehr hilfreich sein kann. Manche Frauen nutzen auch andere Formen der ergänzenden Therapie, wie Kräutertherapien, Meditation usw.

Was passiert mit dem Gehirn in den Wechseljahren?
Bis zu 60 Prozent aller Frauen erleben während der Wechseljahre Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit und mangelnde Aufmerksamkeit. Sie vergessen Termine, haben Schwierigkeiten, sich Namen zu merken, und finden es oft schwer, sich längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Diese Veränderungen sind häufig auf hormonelle Schwankungen zurückzuführen und betreffen viele Frauen in dieser Lebensphase.

Wie hoch ist das Demenzrisiko in den Wechseljahren?
Laut einer Studie entwickelten 42 Prozent der Frauen im Alter eine Demenz. Eine genauere Auswertung zeigte, dass Frauen, die ihre erste Regelblutung erst mit 16 Jahren hatten und vor dem 47. Lebensjahr in die Menopause kamen, ein um 23 Prozent höheres Risiko hatten, an Demenz zu erkranken. 

Wie merkt man, dass Wechseljahre vorbei sind?
Zwölf Monate nach der letzten Regelblutung beginnt die Postmenopause. In dieser Phase pendelt sich der Hormonhaushalt im Körper langsam auf einem neuen Niveau ein, wodurch sich oft auch die typischen Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche bessern. 








Phasen des Lebens 

Sie begleiten uns von Anfang an und sind wie die chaotischen Mitbewohner, die immer wieder auftauchen, wenn man sie am wenigsten erwartet. Sie sind bei allem dabei: unserer Entwicklung, unseren Entscheidungen, aber auch bei unseren Ängsten und der unvermeidlichen Kraftlosigkeit, wenn wir uns fragen, ob wir gerade ein bisschen zu viel auf einmal wollen