Ich bin eine Mischung aus Erfahrungen, aus Momenten, die mich geformt haben, und Wünschen, die mich vorantreiben. 




Wer bin ich? 

Diese Frage begleitet uns durch unser ganzes Leben und verändert sich oft mit der Zeit. Besonders in den Wechseljahren, wenn der Körper sich wandelt und der Geist neue Perspektiven entwickelt, wird diese Frage intensiver. In dieser Phase scheint es, als ob alle Antworten aus der Vergangenheit auf einmal hinterfragt werden. Was war früher selbstverständlich, was hat sich verändert, und vor allem:

Was macht mich jetzt aus? 

Ich bin definitiv entspannter geworden, gelassener. Die Hektik, die früher so präsent war, hat sich etwas gelegt. Vielleicht liegt es an den vielen Erfahrungen, die mich geformt haben, oder an der Erkenntnis, dass nicht alles im Leben immer perfekt und unter Kontrolle sein muss. 
Früher wollte ich alles erreichen, alles optimieren jetzt weiß ich, dass Ruhe genauso wertvoll ist wie Erfolg. Ich habe gelernt, die Dinge weniger zu erzwingen und mehr im Fluss zu lassen. 


Optimistisch bin ich auch geblieben, aber mit einer neuen Art von Weitsicht. In den Wechseljahren lernt man, das Leben nicht nur als eine Reihe von Zielen und Meilensteinen zu sehen, sondern als eine Reise, die Höhen und Tiefen hat und beides hat seinen Platz.
Diese Erkenntnis gibt mir eine innere Ruhe, die ich früher nicht kannte. Ich lasse mich nicht mehr so leicht von äußeren Umständen beeinflussen. Stattdessen fokussiere ich mich mehr auf das, was wirklich wichtig ist: Harmonie.


Ich habe festgestellt, dass ich viel mehr nach Harmonie strebe, nach einem inneren

Gleichgewicht, das oft schwer zu finden ist, wenn man sich ständig von außen treiben lässt.
Ich suche den Frieden, nicht nur im Außen, sondern auch in mir selbst. 


Die Wechseljahre haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, mit mir selbst im Einklang zu sein.

Ich brauche jetzt mehr Ruhe, Zeit für mich, Momente der Stille. Früher habe ich mich oft durch das Leben gehetzt, versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. 

Heute weiß ich, wie wichtig es ist, auf meinen Körper zu hören und ihm die Pflege und Fürsorge zu geben, die er braucht.
Ich habe gelernt, mir selbst die Erlaubnis zu geben, langsamer zu werden und einfach zu sein.


Diese Zeit, die ich mir nun mehr nehme, ist keine Verschwendung, sondern eine Investition in mein Wohlbefinden.

Vielleicht bin ich nicht mehr die Person, die ich einmal war, aber das bedeutet nicht, dass ich mich verloren habe.

Vielmehr habe ich mich wiedergefunden, in einer Version von mir, die viel klarer weiß, was sie braucht, was sie will und was sie in dieser Welt hinterlassen möchte. Ich habe verstanden, dass ich nicht immer perfekt sein muss und dass es in Ordnung ist, mit sich selbst im Reinen zu sein, auch wenn der Körper und das Leben sich verändern.


Wer bin ich also in den Wechseljahren?
Ich bin eine Person, die nicht nur das Leben lebt, sondern es mit einer neuen Perspektive betrachtet.
Ich bin jemand, der gelernt hat, in den kleinen Dingen Frieden zu finden und in sich selbst Ruhe zu spüren. Ich bin nicht mehr nur die Rolle, die ich früher gespielt habe, sondern jemand, der sich selbst wieder entdeckt und die Freiheit hat, sich selbst treu zu bleiben.


Ja, ich bin gerne mittendrin

Gastgeberin, Ehefrau und Mutter. Diese Rollen liebe ich, sie geben mir Halt, Freude und ein Gefühl der Erfüllung.
Aber in den letzten Jahren habe ich immer mehr bemerkt, dass es eine Seite an mir gibt, die ich nicht länger ignorieren kann: meine Grenzen. Und diese Grenzen sind da, um respektiert zu werden. Ich habe Tage, da würde ich am liebsten einfach liegen bleiben, weil ich spüre, dass meine Energie erschöpft ist. Gliederschmerzen, Müdigkeit, diese unbestimmte Erschöpfung und trotzdem weiß ich, ich bin nicht krank. 
Ich bin einfach… in einer Phase des Wandels. Ein Wandel, den meine Hormone mit mir machen, und ja, das ist ein Thema für sich. 

Es ist ein komisches Gefühl, wenn der Körper sich anders anfühlt als früher, wenn er sich plötzlich nicht mehr so geschmeidig und kraftvoll anfühlt, wie er es mal tat. Diese ständige Erschöpfung, die nicht wirklich greifbar ist, aber die dennoch da ist, beeinflusst alles.
Früher war ich noch die, die abends fröhlich eine lange Runde mit unserem Hund ging, aber heute reicht mir oft der Gedanke daran, und ich fühle mich schuldig, weil ich die Energie dazu nicht mehr habe.
Ich brauche Ruhe.
Kein Wellnessprogramm, keine regelmäßigen Urlaube, kein ständiges Ablenken ich brauche einfach mein Zuhause und einen Ausgleich.

 

Ein Ort, an dem ich mich wieder sammeln kann, an dem ich mich selbst spüre und meine Bedürfnisse ernst nehme.
Es gibt Momente, in denen ich joggen gehe, und anstatt mich danach erfrischt zu fühlen, fühle ich mich, als wäre ich überfahren worden.
Meine Muskeln schmerzen, mein Körper ist nicht mehr so leicht wie früher, und ich frage mich, was da passiert. Ich tue mein Bestes, kümmere mich um mich selbst, achte auf meine Ernährung, versuche, gesund zu leben, und trotzdem scheint es oft so, als würde sich nichts ändern.
Wir machen Diäten, verändern unsere Essgewohnheiten, aber der Spiegel, die Waage sie spiegeln nicht die Veränderung wider, die ich mir erhoffe. Und das macht mich nachdenklich
 
Warum ist das so? Warum passiert scheinbar nichts?

Die Hormone, die uns in den Wechseljahren begleiten, sind wohl das unsichtbare Thema, das alles durcheinanderwirbelt. 
Sie bringen den Körper und die Seele durcheinander, und oft können wir nur zusehen und versuchen, uns anzupassen. Aber wie? 
Wie finde ich zu mir selbst zurück, wenn der Körper sich verändert, die Energie schwindet und ich das Gefühl habe, dass ich mich ständig neu definieren muss?

 

Es ist nicht einfach, sich einzugestehen, dass ich nicht mehr alles leisten kann, dass meine Reserven erschöpft sind.
Aber ich habe gelernt, dass das in Ordnung ist. Ich darf nicht nur als Mutter, als Ehefrau, als Freundin da sein ich muss auch für mich selbst da sein. Es ist keine Schwäche, wenn ich mir die Ruhe nehme, die ich brauche. Ich muss lernen, die Zeit für mich selbst zu schätzen, nicht als etwas, das ich mir „verdiene“, sondern als etwas, das ich brauche, um weiter in der Lage zu sein, all die anderen Rollen mit Liebe und Hingabe auszufüllen.

 

 Es gibt etwas, das mir in letzter Zeit immer mehr bewusst wird ein Gefühl, das sich tief in mir ausbreitet und das mich
 in den letzten Jahren zunehmend begleitet: 


Veränderung. Diese Veränderung, die sich in mir vollzieht, hat nicht nur mit dem äußeren Alter zu tun, sondern auch mit inneren Prozessen. Sie betrifft meine Perspektive, meine Wahrnehmung und vor allem auch meine Reaktionen auf die Welt um mich herum. 

Vielleicht habt ihr es bemerkt: Ich nehme an vielen Diskussionen nur noch teilnahmslos teil, ich rege mich über Dinge nicht mehr auf, die früher vielleicht noch mein ganzes Denken und Handeln bestimmt hätten. 


Ich habe gelernt, dass es keine Energie mehr kostet, sich über Kleinigkeiten oder Dinge, die außerhalb meiner Kontrolle liegen, aufzuregen.
Früher dachte ich, ich müsste mich über alles einmischen, jede Ungerechtigkeit, jede Diskussion annehmen und mich immer wieder einbringen. Heute sehe ich die Welt mit anderen Augen. Ich habe festgestellt, dass ich nicht immer jede Meinung teilen muss und dass nicht jeder Streit oder jede Diskussion meine Energie in Anspruch nehmen sollte. Nicht jede Auseinandersetzung ist es wert, sich darüber aufzuregen oder sich zu verletzen. Es ist nicht mehr wichtig, in jeder Situation der oder diejenige zu sein, die alles erklären oder durchsetzen muss.
Manchmal ist es genug, einfach da zu sein und zuzuhören. 


In diesem Prozess habe ich gelernt, meine Prioritäten neu zu setzen. 

Meine innere Ruhe und meine persönliche Balance sind für mich jetzt wichtiger als ein scheinbarer Sieg in einer Diskussion oder die Bestätigung meiner Meinung. Ich habe das Bedürfnis, mich weniger mit den oberflächlichen Meinungen und Äußerlichkeiten der Welt auseinanderzusetzen und mich mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren: auf meine eigenen Werte, auf meine Gesundheit, auf meine Familie und auf die Menschen, die mir wirklich wichtig sind. 


Es kann sein, dass es einigen in meinem Umfeld schwerfällt das zu verstehen.

Aber diese Veränderungen sind Teil meines Wachstumsprozesses. Es ist ein Prozess des Loslassens, des Akzeptierens und des Fokus auf das Wesentliche. Ich habe verstanden, dass nicht jeder Kampf gekämpft werden muss, dass nicht jede Diskussion gewonnen werden muss und dass es in Ordnung ist, manchmal still zu sein, um in sich selbst zu finden. 


 Warum können wir nicht einfach aufhören, 

uns mit dem Bild einer vermeintlichen

 „Perfektion“ zu vergleichen 


Der perfekte Körper 


Was mich aber wirklich  am meisten stört, ist eigentlich die Art und Weise, wie so viele Menschen und Unternehmen daraus ihren Profit schlagen auf Kosten der Unsicherheit und des Drucks, den viele von uns verspüren. Es ist dieser riesige Markt an Fitnessprogrammen, „magischen“ Shakes, Abnehmpillen oder der neuesten Abnehmspritze, die uns vorgaukeln, dass wir etwas „verändern“ können, ohne wirklich in uns selbst zu investieren.
All diese Produkte und Dienstleistungen versprechen schnelle Lösungen für Probleme, die oft viel tiefgehender sind, als es eine Pille oder eine Spritze je beheben könnte. Aber warum müssen wir diesem Mainstream eigentlich immer folgen? 

Warum ist es so schwierig, uns von diesem Drang nach der schnellen, 
perfekten Lösung zu befreien,
warum sind wir ALLE so schwach?


Die Werbung spricht uns an, die Social-Media-Posts zeigen uns makellose Körper, immer die neuesten Trends und Produkte, die uns angeblich zu der besten Version unserer selbst machen sollen. Aber ist das wirklich der Weg, um uns besser zu fühlen? Oder ist das Ganze einfach nur ein weiterer kurzfristiger Versuch, uns zu manipulieren? Diese ganzen Angebote seien es Diäten, Wellness-Trends oder kosmetische Eingriffe wie Botox – geben uns die Illusion, dass wir durch diese oberflächlichen Veränderungen endlich das erreichen können, was uns angeblich fehlt. 

Ein bisschen Botox hier, eine Hypnose dort, die beste Creme gegen Falten und Cellulite all das wird als Lösung verkauft. 
Aber was bleibt nach der Anwendung dieser Produkte? Wie lange halten diese Veränderungen an? 
Was passiert, wenn wir uns wieder in den Spiegel schauen und erkennen, dass das, was uns wirklich fehlt, nicht durch eine teure Creme oder eine Spritze behoben werden kann?

Es ist frustrierend, weil wir oft in diesem Teufelskreis gefangen sind immer auf der Suche nach dem nächsten Wundermittel, dem nächsten schnellen Erfolg, der uns „perfekt“ macht. Doch in Wirklichkeit sind es nicht diese kurzfristigen Lösungen, die uns langfristig glücklich und zufrieden machen. Sie bieten uns zwar oberflächliche Erleichterung, aber sie verbergen das wahre Problem:
 
Unsere inneren Bedürfnisse und die Erkenntnis, dass wahres Wohlbefinden weit mehr ist als das, was wir in einem Verkaufsangebot finden.

Was mich wirklich stört, ist die Tatsache, dass diese Produkte und Programme oft genau auf die Ängste und Unsicherheiten der Menschen abzielen. Sie spielen mit unserem Wunsch nach äußerer Perfektion, sie schüren unser schlechtes Gewissen und machen uns glauben, dass wir uns immer noch mehr anpassen müssen, um „gut genug“ zu sein. 
Dabei wird übersehen, dass das Streben nach äußerer Perfektion allein niemals zu echter innerer Zufriedenheit führen kann.


Natürlich gibt es immer wieder Menschen, die nach Veränderungen streben, die versuchen, sich gesünder zu fühlen oder sich in ihrem Körper wohler zu fühlen. Aber das bedeutet nicht, dass wir uns dem Diktat des Mainstreams unterwerfen müssen, um dieses Wohlbefinden zu erreichen.
Die wahre Veränderung beginnt nicht mit der neuesten Diät oder der besten Creme, sondern mit einer Selbstakzeptanz und einem bewussten Umgang mit dem, was uns wirklich gut tut.

Warum können wir nicht einfach aufhören, uns mit dem Bild einer vermeintlichen „Perfektion“ zu vergleichen und uns stattdessen auf das konzentrieren, was uns individuell ausmacht? Warum müssen wir immer das neueste „Must-Have“ in der Hoffnung kaufen, dass es unser Leben verbessert? Die Realität ist, dass diese kurzfristigen Lösungen uns nur für eine kurze Zeit ablenken und nicht die wahren Bedürfnisse befriedigen.

Und das Schlimmste ist, dass diese Industrie uns dazu bringt, ständig nach etwas zu streben, was uns am Ende nicht wirklich erfüllt. 
Sie bietet uns einen schnellen Ausweg, aber dieser Ausweg führt uns nicht zu einem nachhaltigen Gefühl des Wohlbefindens. 
Letztlich geht es nicht um das Produkt, das uns verkauft wird, sondern um die inneren Fragen, die wir uns selbst stellen sollten: „Warum fühle ich mich nicht gut genug, so wie ich bin? Was brauche ich wirklich, um mich glücklich und gesund zu fühlen?“

Es ist an der Zeit, dass wir uns von diesem Streben nach oberflächlicher Perfektion lösen und lernen, dass wahre Schönheit und wahres
Wohlbefinden in der Akzeptanz und Wertschätzung dessen liegen, was wir sind jenseits der Werbung, jenseits der neuesten Trends und jenseits des ständigen Verlangens nach mehr.
Wahre Veränderung beginnt nicht mit einer Pille oder einer Creme, sondern mit der Entscheidung, uns selbst zu lieben und anzunehmen, mit all unseren Ecken und Kanten, erst recht in den Wechseljahren.



Warum müssen wir immer diesem Idealbild hinterherjagen, wenn wir doch alle wissen, dass es nicht real ist?



Sehen wir uns doch einfach mal um. Schauen wir uns um in der Sauna, am Strand, im Schwimmbad, überall, wo Menschen sind.

Wenn wir uns dort umsehen, wie viele der Frauen, die wir sehen, haben wirklich diesen „Wunschkörper“, der uns in den Magazinen und sozialen Medien ständig vor Augen gehalten wird? Die Zahl ist erschreckend niedrig. Aber warum? Warum ist es so, dass dieses Bild des „perfekten“ Körpers von so wenigen erreicht wird und warum wird uns trotzdem immer wieder vermittelt, dass das der Standard ist, den wir anstreben sollten?

Es ist eine seltsame Sache, dieser Wunsch nach einem Körper, der von der Gesellschaft als idealisiert angesehen wird. 
Der Wunsch, ein bestimmtes Bild zu erfüllen, auch in den Wechseljahren. Doch die Wahrheit ist, dass dieser Körper nur eine Illusion ist. 
Er existiert nicht in der Form, wie er uns gezeigt wird. In Wirklichkeit sehen wir uns alle auf sehr verschiedene Arten und das ist gut so. 
Der Körper ist etwas, das sich im Laufe der Jahre verändert, und doch wird uns immer wieder suggeriert, dass wir gegen diese Veränderung ankämpfen müssen, um etwas zu bewahren, das wir irgendwann sowieso nicht mehr erreichen können.

Unsere Körper sind nicht dafür gemacht, für immer jung und straff zu bleiben und das ist in Ordnung. 
Wir sind Menschen, die mit der Zeit wachsen und sich weiterentwickeln. 

Es gibt eine unglaubliche Schönheit im Alter, in den Erfahrungen, die wir gemacht haben, und in den Geschichten, die unsere Körper erzählen. 
Unsere Falten sind nicht die Narben des Verfalls, sondern die Zeichen eines langen, erlebten Lebens. 

Unsere grauen Haare, sind Glitzer im Wind nicht der Beweis, dass wir weniger attraktiv werden, sondern dass wir 
die Weisheit des Lebens in uns tragen.







Die perfekte Frau

die Figur - eine Palme,
das Aussehen - ein Gedicht
die Seele - eine Wolke
der Geist - der Himmel

das Gesicht - ein Versprechen
die Haare - schwarze Lianen
die Arme - zwei Lassos
die Beine - zwei Stämme

die Brüste - zwei Äpfel
die Hüfte - das Meer
der Hintern - das Gebirge
der Schoß - die Verheißung

die Verlockung - reine Magie
die Verführung - absolute Seligkeit
die Erfüllung - reale Sehnsucht
diese Frau - ein perfekter Traum

© Yupag Chinasky 

Du bist du, egal in welcher Phase deines Lebens. Und gerade in der Mitte wird es besonders spannend – es ist die Zeit, in der du nicht nur auf das zurückblickst, was war, sondern auch voller Neugier auf das schaust, was noch kommen kann.